|
|
Beschreibung Wirkungsweise, Arbeitsansatz, Hintergrund |
|
Die Eutonie (griechisch " eu " = gut, harmonisch, " tonos " = Spannung) bewirkt einen Spannungsausgleich im ganzen Körper. Diese ausgeglichene und anpassungsfähige Spannung ermöglicht eine natürliche Aufrichtung und körpergerechte Bewegungen. Sie ist Ausdruck einer wiedergefundenen Harmonie im Körper, sowie des Menschen mit sich selber und seiner Umwelt. Die Eutonie Gerda Alexander hat ihre Wurzeln in unserer westlichen Kultur. Sie beruht auf dem aufmerksamen Spüren und bewussten Wahrnehmen des eigenen Körpers im Kontakt mit der Aussenwelt. Die Eutonie Gerda Alexander ist ein westlicher Weg zum Erleben der körperlich-seelisch-geistigen Einheit des Menschen. Ansatz: Vielfältige Situationen in Ruhe und Bewegung führen zum Spüren und Erleben des eigenen Körpers mit seinen Strukturen und Gesetzmässigkeiten, seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten. Die Berührung mit dem Boden und unterschiedlichen Gegenständen sowie die Bewegung im Raum stimulieren die Oberflächen- und Tiefensensibilität. Das Spüren der eigenen Haut, der Oberfläche und Hülle des Organismus, führt zu einem bewussteren Kontakt mit sich selber und der Aussenwelt. Das Erleben der eigenen Knochen festigt die innere Sicherheit und ermöglicht, sich vom Boden tragen zu lassen. Während in der Gruppe jede Person in Begleitung verbaler Anleitung individuell arbeitet, kann in den Einzelstunden die Eutonie-Behandlung angewendet werden. Mit feinen und präzisen Berührungen und Bewegungen bietet die Eutonie-Behandlung ganz direkte und äusserst wirksame Möglichkeiten, die Präsenz zu fördern, Schmerzen zu lösen und die Selbstregulierungs- und Heilkräfte zu unterstützen. Durch die Eutonie-Arbeit gleicht sich die Muskelspannung im ganzen Körper aus, der Tonus wird geschmeidiger und flexibler. Das Erleben gewinnt an Intensität und Tiefe, Haltung und Bewegung werden leichter und freier. Das Verständnis für das körperliche Geschehen und die ganzheitlichen Zusammenhänge entwickelt sich, und damit auch die Fähigkeit, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Die Eutonie bietet Hilfe zur Selbsthilfe und begleitet den Menschen zu Selbständigkeit und Autonomie. Hintergrund: Ursprünglich entwickelt wurde die Eutonie von Gerda Alexander (1908-1994). In Deutschland geboren, emigrierte sie 1933 nach Dänemark und wirkte in verschiedenen Ländern. Gerda Alexander wuchs mit der Rhythmik Jaques-Dalcroze auf. Ihr Interesse galt der Musik, dem modernen Ausdruckstanz und dem Theater. Gesundheitliche Beschwerden führten sie dazu, mit ihrer grossen Sensibilität für das eigene Körpergeschehen neue Entspannungs- und ökonomische Bewegungsmöglichkeiten zu entwickeln, die zugleich die Selbstregulierungs- und Heilkräfte des Organismus fördern. Es war Gerda Alexander ein Anliegen, den Menschen zu helfen, ihre eigenen Bewegungsformen zu entdecken, ihre Kreativität zu entfalten und ihrem Streben nach Wachstum und Entwicklung Raum zu geben. So entstand im Verlauf der Jahre eine umfassende Methode, der sie den Namen Eutonie gab.
|
|
|
 |
Anwendung Klientel, Arbeitsform, Schwerpunktdiagramm |
Klientel Die Eutonie ist geeignet für alle Menschen - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - unabhängig von ihrem Gesundheitszustand und ihren Bewegungsmöglichkeiten. |
Arbeitsform Gruppen: verbale Anleitung Einzelstunden: Behandlung, verbale Anleitung, Gespräch
|
Indikationen
- Vorbeugung und Behandlung von Verspannungen und Schmerzen unterschiedlichster Art
- Gelenksprobleme und Haltungsschwächen
- Sensibilitätsstörungen, muskuläre und vegetative Störungen
- akute Schmerzen
- Rehabilitation von posttraumatischen Zuständen und Lähmungserscheinungen
- Psychosomatische und psychische Probleme
- Schwierigkeiten mit Durchblutung, Verdauung und Atmung - Stress, Schlafstörungen, Nervosität und Erschöpfung
- Unterstützung der körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
- Schwangerschaftsbegleitung
- Persönlichkeitsentwicklung
|
Zeitaufwand wöchentliche Stunden von 45 - 90 Min. Tages-, Wochenend- und Wochenkurse |
|
|
|
|
|
| Tätigkeit/Schwerpunkte |
|
| Körperarbeit |
|
|
| Ernährung |
|
|
|
| Energetische Arbeit |
|
|
| Medikamentöse Anwendung |
|
|
| Gespräch |
|
|
| Apparative Anwendung |
|
|
| Ausdruck |
|
|
| Pädagogische Arbeit |
|
|
|
|
|
 |
| Ausbildung |
Voraussetzungen persönliche Reife Berufsausbildung Die Ausbildung ist in vollem Gange. Dauer: 4 Jahre, berufsbegleitend Schulungsart: Gruppen- und Einzelunterricht Selbständige Arbeit und Bewegungsstudien Ausbildungsinhalte:
- Praktische Eutonie-Arbeit in der Gruppe und in Einzelstunden
- Persönlichkeitsentwicklung durch die Eutonie
- Eutonie-Unterricht (Pädagogik)
- Eutonie-Behandlung (Therapie)
- Eutonie-Bewegungsstudien (alleine, zu zweit, zu dritt und in der Gruppe)
- Psychologische Begleitung
- Theoretische Fächer: Anatomie, Physiologie, Pathologie, Psychologie, Psychopathologie, Neurologie
- Eigenverantwortlicher Eutonieunterricht und Eutoniebehandlungen mit Protokollen, Besprechung und Supervision
- Prüfungen: Verständnis der Eutonie, Eutonie-Unterricht, Eutonie-Behandlung, Eutonie-Bewegungsstudien
- Schriftliche Diplomarbeit (40 Seiten)
Ausbildungskontrolle: Die Ausbildung in der Schweiz untersteht der Kontrolle des Schweizerischen Berufsverbandes für Eutonie Gerda Alexander, ASEGA/SBEGA Lehrkräfte: Fachpersonen mit mehrjähriger Berufserfahrung in Eutonie Gerda Alexander Weiterbildung (Vertiefen und Erweitern der Fach- und Kernausbildung)
- jährliche Weiterbildungswochenenden des Schweizerischen Berufsverbandes ASEGA/SBEGA
- regelmässige internationale Weiterbildungswochen, organisiert von einem der nationalen Verbände
- Arbeitsgruppen zur praktischen Eutonie-Arbeit, Intervision
Fortbildung (u.a. neue Techniken erlernen) Zusammenarbeit und Austausch mit anderen Fachpersonen und Methoden, insbesondere innerhalb des DvXund und der SGPPM |
|
|
 |
| Literatur |
| Autor |
Titel |
Verlag |
ALEXANDER Gerda |
EUTONIE, Ein Weg der körperlichen Selbsterfahrung |
Kösel, München 1989 |
| KJELLRUP Mariann |
Eutonie, Bewusst mit dem Körper leben |
Ratgeber Ehrenwirth, München 1980 |
| WINDELS Jenny |
Eutonie mit Kindern |
Kösel, München 1984 |
| STEINMÜLLER / SCHAEFER/ FORTWÄNGLER |
Gesundheit-Lernen-Kreativität : Alexander-Technik, Eutonie Gerda Alexander und Feldenkrais als Methoden zur Gestaltung somatopsychischer Lernprozesse |
Verlag Hans Huber, Bern 2001 |
| HEMSY de GAINZA Violeta |
Annäherung an die Eutonie, Gespräche mit Gerda Alexander |
Eigenverlag, Herausgeber ASEGA / DEBEGA |
| BRIEGHEL-MULLER Gunna |
Eutonie et relaxation |
Ed. Delachaux & Niestlé, Neuchâtel 1986 |
| DIGELMANN Denise |
L'Eutonie de Gerda Alexander |
Ed. du Scarabée, Paris 1971 |
| GAUMOND Marcel |
Du corps à l'âme, Eutonie et psychologie analytique |
Le Loup de Gouttière, Québec 1996 |
| DULIEGE Dominique |
L'Eutonie Gerda Alexander |
Ed. Bernet-Danilo, essentialis n°49, France 2002 |
|
|
|
Kontakt Verband, Adresse, E-Mail, Verbandshomepage |
|
|
|